Bruno H. Schubert - Stiftung

  Preisträger 2018

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2021

KATEGORIE 1
Julia Miranda Londoño

Von 2004 bis Ende 2020 stand die auf Umweltrecht spezialisierte Anwältin und passionierte Umweltschützerin Julia Miranda Londoño an der Spitze der kolumbianischen Nationalparkbehörde. Ende 2020 musste sie ihren Hut nehmen.
Die Erweiterung des nationalen Schutzgebietssystems Kolumbiens ist ein ganz wesentlicher Erfolg ihrer fast 17-jährigen Amtszeit. So wurden unter ihrer Führung zehn neue Schutzgebiete ausgewiesen oder erweitert, unter anderem der atemberaubende Chiribiquete-Nationalpark. 59 Nationalparks mit einer Fläche von 31,3 Mio. Hektar – mehr als 18 Prozent der Landesfläche Kolumbiens – standen unter ihrer Führung. Unermüdlich arbeitete die Kolumbianerin an der Ausweisung von zehn weiteren Nationalparks sowie an der Erweiterung von zwei der bestehenden Parks.
Julia Miranda Londoño hat ihr großes diplomatisches Geschick im Engagement für den Naturschutz mehrfach unter Beweis gestellt. Auch auf der internationalen Bühne. Seit zwei Jahrzehnten ist sie in der World Commission on Protected Areas der IUCN engagiert, seit 2015 ist sie stellvertretende Vorsitzend dieser Kommission, einem Netzwerk aus 2.500 Spezialistinnen und Spezialisten für Schutzgebiete aus 140 Ländern.
Julia Mirandas Vision, ihr Engagement und ihre Kompetenzen haben sie zu einer herausragenden Persönlichkeit für den Naturschutz und die Erhaltung der Biodiversität in Kolumbien und über Kolumbien hinaus gemacht.



KATEGORIE 2
Dr. Silvana Campello und
George Georgiadis

Auf der Suche nach Flächen zur Ausweisung neuer Schutzgebiete im Amazonasgebiet Brasiliens besuchte das Ehepaar Silvana Campello und George Georgiadis 1996 das erste Mal das Cantão-Ökosystem. Sie erkannten schnell, dass die Anzahl an Fischen, Reptilien, Amphibien, Vögeln, aber auch Säugetieren wie Riesenottern und Jaguaren für amazonische Verhältnisse sehr hoch war, kehrten daraufhin mehrmals nach Cantão zurück und waren maßgeblich an der Ausweisung des Cantão State Parks zwei Jahre später beteiligt. Im Jahr 2010 gründeten sie die NGO Instituto Araguaia, die sich der Forschung und dem Naturschutz im Cantão-Schutzgebiet widmet.

Dank ihrer Bemühungen gilt der Cantão State Park heute als einer der wichtigsten Naturschutzgebiete Brasiliens und ist das einzige Gebiet des Landes, in dem eine wachsende Population von Riesenottern vollen Schutz genießt. Im Jahr 2014 wurden die in Cantão lebenden Flussdelfine als eigene Art beschrieben und eingestuft: der Araguaia-Delfin. Die unermüdliche Arbeit mit den lokalen Gemeinschaften hat die Jagd und den illegalen Fischfang im Schutzgebiet verringert.

Gerade in den jetzigen politisch schwierigen Zeiten in Brasilien ist es dem unermüdliche Einsatz von Silvana Campello und George Georgiadis zu verdanken, dass Riesenotter und Flussdelfine weiterhin stabile Bestände zeigen und die lokale Unterstützung für die wichtige Arbeit der NGO zum Schutz des Cantão-Ökosystems bestehen bleibt.



KATEGORIE 2
Teófilo Torres Tuesta

Teófilo Torres weiß um die große Bedeutung indigener Gemeinschaften für den Naturschutz in Amazonien. Er selbst ist in Remanso am Putumayo-Fluss in der Nähe des heutigen Yaguas-Nationalparks geboren. Und so ist es dem Leiter des Yaguas-Nationalparks ein Anliegen, den Dialog zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen entlang des Putumayo-Flusses zu pflegen.

Im Jahr 2002 begann Teófilo Torres als Soziologe seine Karriere bei Perus Nationalparkbehörde SERNANP. Zu seinen wichtigsten Errungenschaften gehört die Ausweisung und Einrichtung des Güeppi-Sekime Nationalparks und der Kommunalreservate Airo Pai und Huimeki im Becken des oberen Teils des Putumayo-Flusses im Jahr 2012. Teófilo Torres wurde Leiter dieser Schutzgebiete. Er und sein Team erarbeiteten gemeinsam mit den lokalen Gemeinden der Region Managementpläne für den Nationalpark Güeppi Sekime sowie für die angrenzenden Gemeindeparks und für die nachhaltige Nutzung der Taricaya-Schildkröte.

Im September 2015 wurde Teófilo Torres zum Leiter der Yaguas Reserved Zone ernannt, um den zu diesem Zeitpunkt ins Stocken geratenen Ausweisungsprozess für einen Nationalpark wieder aufzunehmen. Dieses Ziel erreichte er im Januar 2018: Yaguas wurde Nationalpark.

Der Yaguas-Nationalpark umfasst 868.928 Hektar. Der Yaguas-Fluss ist eine wichtige Süßwasserquelle der Region mit einer vielfältigen Fischpopulationen, die die Hauptnahrungsquelle für indigene Gemeinschaften des mittleren und unteren Putumayo-Flussbeckens und des Ampiyacu-Flussbeckens sind. Eine große Gefahr ist jedoch der Goldabbau in den Flüssen. Teófilo Torres gelang es, eine Strategie gegen alluvialen Goldabbau und Holzfälleraktivitäten im Yaguas-Nationalpark umzusetzen. Da der illegale Goldabbau mit der organisierten Kriminalität des Landes verbunden ist, hat Teófilo Torres auch große persönliche Risiken auf sich genommen, um den Schutz dieses Gebiets und seiner biologischen Vielfalt zu gewährleisten.


Bruno H. Schubert Preis 2021 - Julia Miranda Londoño Bruno H. Schubert Preis 2021 - The tepui mountains in Chiribiquete NP, Colombia Bruno H. Schubert Preis 2021 - Dr. Silvana Campello und George Georgiadis Bruno H. Schubert Preis 2021 - Cantão State Park, Brazil. Bruno H. Schubert Preis 2021 - Teófilo Torres Tuesta Bruno H. Schubert Preis 2021 - The rainforest along the River Yaguas, Peru.

2021 | 2018 | 2016 | 2014 | 2012 | 2010 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | 2000 | 1999 | 1998 | 1997 | 1996 | 1995 | 1994 | 1993 | 1992 | 1991 | 1990 | 1989 | 1988 | 1987 | 1986 | 1985 | 1983 |

Seite drucken